Sankt Android

Kurzbeschreibung

Jeden Tag sitzt Norman am Krankenbett seiner Frau, in der Hoffnung, dass sie wieder ansprechbar ist. Das Krankenbett, ein hoch entwickeltes Roboter-System, sagt ihm, dass sie in der nächsten Stunde sterben wird. Ein Priester wird ihm zur Begleitung zur Seite gestellt. Norman hofft auf Beistand und erschrickt, als ein Android vor ihm steht und sich als Priester vorstellt.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Tragikomödie; Satire; Kurzfilm
Regie:Lukas von Berg
Drehbuch:Fabien Virayie
Kamera:Lukas von Berg
Schnitt:Farina Hasak
Musik:Leonard Küßner
Länge:6 Minuten
Verleih:Filmakademie Baden-Württemberg
Produktion: Filmakademie Baden-Württemberg GmbH
Förderer:Filmakademie Baden-Württemberg

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Der sechsminütige Animationsfilm reflektiert das grundsätzliche Streben des modernen Menschen, sein Leben mit den Mitteln der Technik sukzessive zu optimieren und damit vermeintlich zu erleichtern und zu verbessern. Die Funktionalität eines Großteils unserer Gesellschaft ruht aber auf Dienstleistungen – und genau hier stößt die Technik noch an seine offensichtlichsten Grenzen. Zwar kann rein technisch gesehen jede Dienstleistung auch mittels Maschinen umgesetzt werden. Die Schwierigkeit für künstliche Intelligenzen aber besteht in der Umsetzung von Empathie und menschlichen Emotionen, die gerade in der Erfüllung von Dienstleistungen eine große Rolle spielen. Folglich wird gerade in Situationen wie der vorliegenden, der Pflege und Sterbebegleitung, die Absurdität maschinell erfolgter Dienstleistungen augenscheinlich, was sich Lukas von Berg für seine Kurzanimation geschickt zunutze macht. In diesem Sinne vermag SAINT ANDROID bei den Zuschauer*innen eine ganze Reihe von Reflexionen in Gang zu setzen über die moralische Richtung, in die sich unsere Gesellschaft zu entwickeln droht, sowie über Fluch und Segen der menschengemachten Künstlichen Intelligenz. Fällt die Botschaft alles in allem auch etwas plakativ aus und bleibt die Gestaltung letztlich deutlich an kanonischen Vorbildern orientiert, so haben insbesondere Erzähltiming und Thema die Jury überzeugt.