Pyramids

Kurzbeschreibung

Das fiktive und tragische Schicksal des obersten Finanzbeamten beim Bau der großen Pyramiden von Gizah.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Animationsfilm
Regie:René Rogge
Drehbuch:René Rogge
Länge:4 Minuten
Produktion: René Rogge

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

An die Daily-Strips der amerikanischen Zeitungen hat sich die Jury bei René Rogges PYRAMIDS erinnert gefühlt. Die kurze Animationsgeschichte erzählt vom Schicksal des obersten Finanzbeamten eines ägyptischen Pharaos, der offensichtlich in Ungnade gefallen ist. Weil der Beamte auf die gewaltigen Kosten beim Bau der Pyramiden hingewiesen hat, darf er sich - beinahe sprichwörtlich - sein eigenes Grab schaufeln. In seinem Fall seine eigene Pyramide, in die er eingemauert werden wird.
Eine schwarz-weiß gehaltene Wüstenlandschaft, im Vordergrund eine kleine Pyramide, die aus Zuckerwürfeln zu bestehen scheint, dahinter eine Düne, über die sich ein rabenschwarzer Himmel spannt. Die reduzierte Ästhetik, die eingespielten Windgeräusche, das ganze Setting an sich hat bei der Jury sogleich eine gespannte Erwartung auf das Kommende erzeugt.
Nach einer relativ langen Eingangssequenz erscheint ein Reiter. Skurril, parodistisch und doch irgendwie kafkaesk erklärt der in näselndem Tonfall, worin das Vergehen des Finanzbeamten bestanden hat. Text und Intonierung schaffen Klarheit über eine humoristische Orientierung des Films.
Allerdings hat sich gezeigt, dass sich die Jury im Verlauf des Films zunehmend irritiert gefühlt hat. Die Ursache hierfür hat sich die Jury in der abschließenden Filmdiskussion erarbeiten können.
Nach der Atmosphäre schaffenden Anfangssequenz überrascht Rogges Animation durch zunehmende Geschwindigkeit. Die nachfolgenden Sequenzen folgen schnell, vergehen rasch und erscheinen daher wesentlich weniger stimmungsvoll als der Beginn. Diese unterschiedlichen Tempi, so diskutiert die Jury, konterkarieren die kraftvollen Bilder und lassen keinen wirklichen Handlungs- und Erzählfluss zu, weil sie sich der gewohnten Perzeption störend entgegenstellen.
Definitiv ist Rogges Animationsfilm PYRAMIDS zeichnerisch sehr viel stärker als erzählerisch. Jedes seiner Bilder besitzt viel Kraft, die Pointe des Films fällt dagegen ein wenig ab, das bedauert die Jury sehr. Auch wenn der Film nicht als Kinderfilm eingereicht wurde, so richtet sich PYRAMIDS, nach Ansicht der Jury, augenscheinlich an ein eher jüngeres Publikum und unter dem Aspekt des Kinderfilms konnte die Jury dessen Witz durchaus goutieren.