Moritz Daniel Oppenheim macht Schule

Filmplakat: Moritz Daniel Oppenheim macht Schule

FBW-Pressetext

Moritz Daniel Oppenheim (1800-1882) war der erste jüdische Maler, der weltweit Bekanntheit erlangte. In seinem langen Leben und seinem jahrzehntelangen künstlerischen Wirken schuf er eine beeindruckende Sammlung von Bildern und Grafiken, die Menschen das jüdische Leben und den Alltag nahebrachten. Die Filmemacherin Isabel Gathof hat sich bereits vor vier Jahren mit diesem Ausnahmekünstler in einem abendfüllenden Dokumentarfilm beschäftigt. Nun bereitet sie Oppenheims Biografie im Kontext der Jüdischen Emanzipation – und damit die bis heute wichtige Bedeutung von Oppenheims Leben & Werk – konzentriert für die Zielgruppenansprache in Schulen auf.
Der aus dem Kinderfernsehen bekannte Moderator Eric Mayer führt dabei sympathisch unverkrampft durch den Film, der mit seiner Form und der Vermittlung der spannenden historischen Fakten die Zielgruppe der Jugendlichen in ihrer Rezeption passgenau abholt. Dabei werden die einmontierten Bilder mit dem historischen Kontext, in dem sie entstanden sind, geschickt verwoben und entwerfen so ein weitreichendes und gut recherchiertes Panorama, in dem jüdische und deutsche Geschichte lebendig wird. Stärker kann man dem Geist Moritz Daniel Oppenheims und seinem lebenslangen Streben nach der Vermittlung von Lebensrealitäten nicht entsprechen. Ein überaus gelungener Lehrfilm, der bestens für den Schuleinsatz geeignet ist.

Filminfos

Gattung:Dokumentarfilm; Kurzfilm
Regie:Isabel Gathof
Drehbuch:Isabel Gathof
Kamera:Nic Mussell; Hans Jürgen Schmitz
Schnitt:Isabel Gathof
Jugend Filmjury:Lesen Sie auch, was die Jugend Filmjury zu diesem Film sagt...
Weblinks:facebook.com; instagram.com; ;
Länge:38 Minuten
Produktion: FEINSHMEKER FILM Isabel Gathof

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Nach dem abendfüllenden Dokumentarfilm MORITZ DANIEL OPPENHEIM – DER ERSTE JÜDISCHE MALER fasste die Filmemacherin Isabel Gathof den Entschluss, eine kürzere Fassung des Films speziell als verdichteten „Erklärfilm“ für ein jugendliches Publikum aufzubereiten. Die nun vorliegenden knapp 40 Minuten bieten nicht nur ein hoch interessantes Bild von Moritz Daniel Oppenheim, sondern sind mit der großen Fülle an zeitgeschichtlichen Informationen eine faszinierende Sicht auf das komplette 19. Jahrhundert deutscher Geschichte. Die Filmemacherin liefert mit der mehrschichtigen Erzählebenen zwar komplexe Informationen und Zusammenhänge, wobei aber die eingeblendeten Jahreszahlen die Zuordnung gut möglich machen. Wir erleben das Leben von Moritz Daniel Oppenheim von seiner Kindheit an. Sein wohlbehütetes Aufwachsen in einer gut situierten jüdischen Familie und seine Karriere als erster großer jüdischer Maler, der vor allem das Leben und die Traditionen der jüdischen Mitbürger in den Ghettos von Hanau und Frankfurt in schönen Gemälden darstellte. Auf der zweiten Erzählebene erfahren wir sehr viel über die Geschichte des Judentums in Deutschland seit 1700 Jahren. Menschen jüdischen Glaubens wurden unterdrückt und verfolgt, sie wurden von einigen Fürsten toleriert und geschützt und selbst Napoleon hat sich ihrer angenommen. Wir werden von dem Moderator Eric Mayer dorthin geführt, wo das jüdische Leben sich früher abspielte, wo die Synagogen waren und nun nur noch der jüdische Friedhof erhalten ist. Und die dritte Erzählebene zeigt uns mit eindrucksvollen Bildbeweisen die bewegte Geschichte Deutschlands im 19.Jahrhunderts. Revolutionäre Zeiten für eine junge Generation, die für Freiheit und Demokratie kämpfte. Insofern auch eine schöne Parallele zum Leben Oppenheims, der von 1800 bis 1882 lebte und damit dieses schicksalsträchtige Jahrhundert im wahrsten Sinne des Wortes begleitete. Insgesamt ist MORITZ DANIEL OPPENHEIM MACHT SCHULE für die Jury ein äußerst gelungener Film, der besonders für den Einsatz im schulischen Bereich und der politischen Bildung besonders wertvolle Dienste leisten wird.