Minari – Wo wir Wurzeln schlagen

Kinostart: 15.04.21
2020
Filmplakat: Minari – Wo wir Wurzeln schlagen

FBW-Pressetext

Die berührende Geschichte einer starken Familie – liebevoll und aufrichtig erzählt.

Als Jacob mit seiner koreanisch-amerikanischen Familie nach Arkansas zieht, will er dort als erfolgreicher Farmer sein Glück finden. Doch der Traum vom eigenen Land lässt sich nicht so leicht erfüllen. Unspektakulär und mit sehr viel Empathie erzählt Regisseur Lee Isaac Chung vom dem amerikanischen Traum einer Familie, die in ihrer neuen Heimat Wurzeln schlagen muss.

Regisseur und Drehbuchautor Lee Isaac Chung erzählt seine Geschichte, die auf autobiografischen Erinnerungen aus den 1980er Jahren beruht, mit viel Einfühlungsvermögen für seine Figuren. Dabei ist es vor allem die multiperspektivische Haltung des Films, die den Zuschauer*innen erlaubt, mit allen Charakteren mitzufühlen. Da ist Vater Jacob, den Steven Yeun mit einer Mischung aus Enthusiasmus, Verbissenheit und einer stoischen Gelassenheit spielt und Mutter Monica (Yeri Han), der man anmerkt, wie unwohl sie sich fühlt, die aber gleichzeitig auch bereit ist, aus Liebe zu Jacob und ihrer Familie vieles zu ertragen. Und da sind die Geschwister David und Anne, die die Farm als großes Abenteuer sehen. Auch wenn David, der an einem Herzfehler leidet, mit seiner aus Korea angereisten Großmutter Soon-ja (herrlich anders: Yuh-Jung Youn) in einem Zimmer leben muss. Soon-ja ist so gar nicht das, was sich David unter einer perfekten Großmutter vorstellt: Sie flucht, sie backt und kocht nicht und verhält sich auch ansonsten nicht wie normale Großmütter. Als Setting von MINARI – WO WIR WURZELN SCHLAGEN funktioniert der Wohntrailer inmitten eines ländlichen Nichts ganz wunderbar. Denn die Kamera von Lachlan Milne findet sowohl großartige Bilder inmitten der puren Wildnis, in die Soon-ja und David ihre Ausflüge machen, um eine aus Korea stammende Pflanze Wurzeln schlagen zu lassen, als auch in den viel zu engen Innenräumen, in denen die Familie ihre kleinen und großen Konflikte austrägt. Manchmal mit Worten, manchmal mit Blicken. Auf eine sehr subtile Art und Weise gelingt es dem Regisseur Lee Isaac Chung, ein authentisches Bild der amerikanischen Gesellschaft zu zeichnen, ohne dabei jemanden bloßzustellen. MINARI erzählt auf anrührende Weise von einer Familie, die ihre Wurzeln in der Fremde suchen muss – und sie letzten Endes bei sich selbst findet.

Filminfos

Gattung:Drama; Spielfilm
Regie:Lee Isaac Chung
Darsteller:Alan S. Kim; Yeri Han; Noel Cho; Steven Yeun; Darryl Cox; Esther Moon; Ben Hall; Eric Starkey; Will Patton; Youn Yuh-jung; u. v. m.
Drehbuch:Lee Isaac Chung
Kamera:Lachlan Milne
Schnitt:Harry Yoon
Musik:Emile Mosseri
Länge:115 Minuten
Kinostart:15.04.2021
Verleih:Prokino Filmverleih
Produktion: Plan B Entertainment

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Das Gutachten folgt in Kürze.