Im Häuschen von Herrn van den Brink

Filmplakat: Im Häuschen von Herrn van den Brink

FBW-Pressetext

Heiko und Marcello sind wieder einmal auf der Flucht vor der Polizei. Sie rennen durch den Frankfurter Stadtwald, verstecken sich im Gehölz und fliehen in ein kleines Gartenhäuschen. Doch als sie am nächsten Morgen aufwachen, liegen sie gefesselt am Boden. Und vor ihnen steht Herr van den Brink. Er will sich mit Heiko und Marcello nur unterhalten. Ganz harmlos. Aber in dem Fall, so Heiko und Marcello, könne er sie doch auch wieder losbinden. Doch genau das hat Herr van den Brink gar nicht vor. Der Kurzspielfilm von Björn Renner arbeitet raffiniert mit verschiedenen Ebenen, die nicht nur narrativ, sondern auch in der Bildgestaltung auf geschickte Weise miteinander verbunden werden. Auf diese Weise entsteht ein spannendes Katz-und-Maus-Spiel mit dem Zuschauer, in dem man sich nie sicher sein kann, welche Überraschung das klug gebaute Drehbuch noch bietet. Komplex, spannend und vielschichtig. Kurzum: Rundherum gelungene Kurzfilmunterhaltung.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Spielfilm; Kurzfilm
Regie:Björn Renner
Darsteller:Rainer Kühn; Sebastian Muskalla; Dirk Schnabel
Drehbuch:Björn Renner
Kamera:Knut Adass
Schnitt:Björn Renner
Musik:Simon Spurrier
Länge:15 Minuten
Kontakt:hallo@bjoern-renner.de
Produktion: FSL Filmproduktion
Förderer:HessenFilm und Medien

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Der Kurzfilm beginnt wie ein Krimi. An einer Gaststätte wird gedealt, ein Drogen-Verkäufer gerät an einen verdeckten Ermittler der Polizei. Eine wilde Verfolgungsjagd durch Wohnanlagen und Kleingärten beginnt, die für die Kleinkriminellen im Schrebergarten von Herrn van den Brink endet. Sie fühlen sich vorerst sicher, doch dann wachen sie gefesselt auf. Jetzt wird der Film zum Kammerspiel, in dem der Laubenbesitzer versucht, das Wissen seiner Zufallsgäste auszuschlachten und an die Beute zu kommen. Doch nach einigen Minuten ändert sich die Szenerie erneut.
Permanent führt der dramaturgisch herausragend durchkomponierte Film den Zuschauer auf die falsche Fährte, er setzt dabei auf die Wiedererkennbarkeit bekannter Filmbilder, um mit den Genres zu spielen. Außerdem hatte der Regisseur ein sehr gutes Händchen bei der Wahl seiner Schauspieler, die ihren Figuren in kurzen Auftritten Profil verleihen. Wobei auch hier natürlich an die Wiedererkennbarkeit bestimmter Typen angeknüpft wird.
Die Brüche bei der Gestaltung spiegeln den Bruch mit der Vergangenheit, der für jeden Verurteilten am Anfang seiner Resozialisierung steht. Dabei deutet die vielschichtige Geschichte um Schuld und Sühne die verschiedenen Stufen der Resozialisierung an – von der Konfrontation mit dem Geschehen und dem Verbrechen bis zur Annahme und dem Bereuen.