Eckhardt

Filmplakat: Eckhardt

Kurzbeschreibung

Eckhardt ist auf dem Weg zum Arbeitsamt. Er denkt über sein Leben nach und erinnert sich schließlich an seine wilde erotische Beziehung zu Mariana, die ihm tiefere Einsichten in die Zusammenhänge des Daseins ermöglicht hat.
Prädikat wertvoll

Filminfos

Gattung:Drama; Kurzfilm
Regie:Konstantin Rall
Darsteller:Roland Wendling; Adriana Möbius; Peter Haas; Vanessa Most
Drehbuch:Konstantin Rall
Kamera:Kasper Kamu
Schnitt:Konstantin Rall
Musik:Konstantin Rall
Länge:14 Minuten
Verleih:Aug&Ohr Medien
Produktion: Konstantin Rall

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Der Komponist, Autor, Produzent und Regisseur legt mit ECKHARDT nach NOBODY IS HOME RIGHT NOW (2017) and MAGIC (2015) seinen dritten Kurzfilm vor, wobei die Musik in all seinen Werken einen tragenden Part einnimmt und sie prägt.
Eckhardt ist auf dem Weg zum Arbeitsamt, was sich allerdings erst am Schluss des Films herausstellt. Er ist frustriert und auf der Suche nach einem Sinn in seinem Leben, seiner Arbeit und seiner Beziehung. Und so hängt er seinen Gedanken nach, philosophiert, aber schließlich erkennt er, dass ihm die bröckelnde Beziehung zu Mariana tiefere Einsichten ins Leben brachte als seine sozialwissenschaftlich-philosophischen Studien. Leider wirken Erotik und Anziehungskraft zwischen den beiden Hauptfiguren in den Augen der Jury behauptet, was vielleicht auch mit der sehr zurückhaltenden Inszenierung der Sexszenen zu tun haben könnte.
Inhaltlich stellt Rall den unauflösbaren Konflikt zwischen der Freiheit auf Selbstverwirklichung des Einzelnen mit der Freiheit der anderen ins Zentrum der Geschichte, mehrere Situationen werden auf diesen Begriff abgeklopft. Damit hinterfragt er eindringlich den Freiheitsbegriff westlicher Gesellschaften. Denn diese gut ausgebildete Elite an Sozialwissenschaftlern ist in ihrem Traumberuf unbrauchbar für den Arbeitsmarkt. Andererseits würden sie gebraucht, um Diskussionen um gesellschaftliche Alternativen und eine Diskussion um den Freiheitsbegriff anzustoßen.
Eckhardts Gedanken werden im Off von einer sehr eindringlichen, sich bald überschlagenden Stimme vorgetragen, deren Dominanz nicht immer leicht erträglich ist. Die besondere Note gibt dem Film aber die Untermalung mit einer atonalen Musik. Wobei der Regisseur bei der Untermalung bewusst gegen die Sehgewohnheiten verstößt: Bild- und Tonebene werden teilweise asynchron gegeneinander geschnitten.