Drachenreiter

Filmplakat: Drachenreiter

FBW-Pressetext

Animationsspaß für die ganze Familie nach Cornelia Funkes bekannter Vorlage.

Der auf der Vorlage von Cornelia Funke basierende Animationsfilm erzählt von dem jungen Silberdrachen Lung, der sich mutig aufmacht, um endlich die Welt der Menschen kennenzulernen, vor der sich seine Artgenossen bisher immer versteckt haben. Mit vielen originellen Ideen und jeder Menge Spannung und Witz macht dieser Animationsfilm großen und kleinen Kinofans einen Riesenspaß.

Die Verfilmung der Vorlage von Cornelia Funke ist gleichzeitig das Regiedebüt des Animationsfilmkünstlers Tomer Eshed, der die Ideen des Buches mit Talent und vielen witzigen Einfällen für die große Leinwand aufbereitet. Die Geschichte hat einen klaren roten Faden und verliert auch junge Zuschauer*innen nie aus dem Blick. Spannende und actionreiche Sequenzen werden immer wieder von ruhigen Momenten durchmischt, das Tempo ist gut austariert. Die vielen Figuren sind liebevoll ausgearbeitet, und die bunt strahlende Welt der Drachen ist eine Fantasiewelt, in der man als Zuschauer am liebsten sofort eintauchen möchte. Als deutsch-belgische Produktion muss sich dieser Animationsfilm hinter Hollywood-Produktionen nicht verstecken. Und für die junge Zielgruppe finden sich viele positive Botschaften wie beispielweise das Verhalten von Lung, der sich als junger Drache das traut, wovor sogar viele ältere Drachen Angst haben: er sucht Kontakt mit Fremden, ganz ohne Vorurteile und mit einem offenen Auge und Ohr für die Erlebniswelt des Gegenüber. Eine Botschaft, die sich auch im echten Leben wunderbar umsetzen lässt. Und auch die Bedeutung von nachhaltigem Denken wird ohne erhobenen Zeigefinger immer wieder thematisiert. Das alles macht DRACHENREITER zu einer inspirierten Umsetzung einer starken Vorlage, an der die ganze Familie ihren Kinospaß haben wird.

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Fantasy; Abenteuerfilm
Regie:Tomer Eshed
Drehbuch:Johnny Smith
Buchvorlage:Cornelia Funke
Kamera:Olaf Aue
Schnitt:Jens Prausnitz; Rikke Marlene Nielsen
Musik:Stefan Maria Schneider
Webseite:constantin-film.de;
Jugend Filmjury:Lesen Sie auch, was die Jugend Filmjury zu diesem Film sagt...
Länge:91 Minuten
Kinostart:15.10.2020
Verleih:Constantin Film Verleih GmbH
Produktion: Constantin Film Produktion, Cyborn; Lumatic; RISE PICTURES;
FSK:0
Förderer:FFA; MBB; FFF Bayern

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

DRACHENREITER ist ein in Deutschland produzierter 3D-Animationsfilm, der den Vergleich mit den Werken großer internationaler Studios nicht zu scheuen braucht. Der Regisseur Tomer Eshed zeigt in seinem Debütfilm so viel Selbstvertrauen, dass er diese Konkurrenzsituation und das Problem, dass vor einigen Jahren mit DRACHENZÄHMEN LEICHT GEMACHT ein thematisch ähnlicher Film Erfolge feierte in einigen Szenen selber thematisiert: DRACHENREITER spielt zwar in einer Fantasiewelt, in der Drachen und andere Wesen aus Sagen und Märchen leben, aber dort gibt es auch ein Kino, in dem gerade ein Film mit einem Jungen, der auf einem fliegenden Drachen reitet, Premiere hat. Dieser selbstreferentielle Dreh bereitet darauf vor, dass sich Eshed, ähnlich wie Cornelia Funke, auf deren Weltbestseller der Film lose basiert, bei vielen bekannten Geschichten und Mythen bedient. So gibt es einen Dschinn, der Wünsche erfüllt wie in einer Geschichte aus „Tausendundeine Nacht“, ein drachenfressendes Maschinenmonster, das an die TRANSFORMERS-Filme erinnert und der „Saum des Himmels“, in dem die Drachen für immer in Frieden leben können, ist eine Variation des paradiesischen Shangri-La im Himalaya. Mit diesen Versatzstücken wird hier einfallsreich und voller Selbstironie die Geschichte von drei jungen Freunden erzählt, die sich auf ihrer abenteuerlichen Reise immer mehr zusammenraufen. Der tollpatschige Silberdrache Lung, das aufmüpfige Koboldmädchen Schwefelfell und der schlitzohrige Waisenjunge Ben fliegen dabei um die halbe Welt und begegnen in Afrika einem Tierschützer sowie in Indien einer weisen Frau. Beide Begegnungen zeigen, dass es Hoffnung für die vom Aussterben bedrohten Drachen gibt, denn sie bestätigen Lungs Überzeugung, dass „nicht alle Menschen böse sind“. Das Drehbuch ist dramaturgisch ausgefeilt und so wird das Publikum ständig dadurch überrascht, in welche Richtung sich die Geschichte weiterentwickelt. Neben fliegenden Drachen gibt es auch das Internet als „das große Orakel“ und ein kleiner Spion im Rucksack von Ben sorgt zwar dafür, dass der riesige Drachentöter immer auf den Fersen der drei Freunde bleibt, doch er wird dabei auch immer mehr zum Teil ihrer Gruppe. Der einzige Makel des Films ist die technisch nicht immer perfekte Synchronisation. Dies ist wohl der für das Marketing wichtigen Entscheidung geschuldet, dass statt professioneller Sprecher einige bekannte YouTuber den Identifikationsfiguren ihre Stimmen geben. DRACHENREITER ist ein mit Witz, Tempo und viel Herz inszenierter Familienfilm mit einer 3D-Animation auf dem Niveau der besten und teuersten internationalen Großproduktionen.