Jury-Begründung
Prädikat wertvoll
In einer mechanischen Welt halten die Menschen die Maschine ihres Mikrokosmos durch kleine Bausteine in Gang, die sie aus ihrem Mund nehmen. Als die Protagonistin nach einem Zusammenbruch erkennt, dass sie mit den Bausteinen immer mehr von ihrem Wesen weggeben muss, bringt sie die anderen dazu, gemeinsam ein letztes Mal solche Teile zu spenden, wodurch sie in die reale Welt einer sommerlichen Wiesenlandschaft durchbrechen. Die Filmemacher haben die mechanische Welt mit vielen sowohl gebastelten wie auch filmischen Mitteln ästhetisch sehr reizvoll gestaltet. Der Zuschauer wird so ständig überrascht. Der Film wirkt wie ein Wimmelbild, oder eben wie die raffinerte Mechanik einer Maschine, bei der auf den ersten Blick verborgen bleibt, wie sie funktioniert. Das hat seinen ganz eigenen ästhetischen Reiz, der allerdings nicht gänzlich davon ablenken kann, dass die Darsteller zum Teil laienhaft agieren. Der Durchbruch in eine organische Welt ist jedoch eine geschickt gesetzte Auflösung und die Schlusspointe macht deutlich, dass in Freiheit leben auch riskant sein kann – gerade für Kinder, die auf Bäumen sitzen.