Die Ballade von Ella Plummhoff

Filmplakat: Die Ballade von Ella Plummhoff

FBW-Pressetext

Da steht sie nun: Ella Plumhoff, 14 Jahre, bereit, durch die Mathe-Nachprüfung zu fallen. Denn das letzte, an das sie jetzt denken kann, ist Mathe. Immerhin hat sie einen aufregenden Sommer hinter sich. Der Sommer, in dem sie sich in ihren französischen Tanzlehrer Marc-André verliebte. Und ihm voller Hingabe überall hingefolgt wäre. Der Sommer, in dem ihre Mutter immer telefonierte. Und der Sommer, in dem Ella Plumhoff Ulrika mit dem Klumpfuß kennenlernte. Und sich alles irgendwie veränderte. Ganz nach dem Vorbild und Stil von Wes Anderson verknüpft Barbara Kronenberg in DIE BALLADE VON ELLA PLUMHOFF skurrilen Humor und ein kunstvoll ausgestattetes Setting mit einer sehr berührenden Geschichte. Die Figuren wirken wie nicht von dieser Welt, sagen komische Dinge, tun noch komischere Dinge. Aber im Spiel der Darsteller, die allesamt vollends überzeugen, merkt man, wie echt, wie authentisch die Figuren dann doch tatsächlich sind. Im Zentrum steht Ella, zauberhaft rotzig und doch hochromantisch gespielt von Inga Dreger. Sie bildet mit Lotta Teufel als Ulrika zusammen den Kern der Geschichte. Zwei Mädchen, die eine trotzig, die andere altklug. Sie könnten gegensätzlicher nicht sein und sind doch genau das, was der jeweils andere gerade braucht. DIE BALLADE VON ELLA PLUMHOFF eine Liebesgeschichte, die inhaltlich und inszenatorisch auf allen Ebenen überzeugt und den Zuschauer mit Charme, Witz und einer großen Portion Romantik begeistert.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Kurzfilm
Regie:Barbara Kronenberg
Darsteller:Inga Dreger; Lotta Teufel; Sascha Tschorn; Jessica Kosmalla; Lia Huybrechts
Drehbuch:Barbara Kronenberg
Kamera:Tilo Hauke
Schnitt:Fiona Brands
Musik:Sebastian Haßler
Länge:28 Minuten
Produktion: Kunsthochschule für Medien Köln
Förderer:Kunsthochschule Köln; Film- und Medienstiftung NRW

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Ella steht vor der Tafel im Schulzimmer: Es ist Matheprüfung und ihre Versetzung steht auf dem Spiel. Aber ihre Gedanken schweifen ab und sie träumt von vergangenen Sommerferien der besonderen Art. Statt mit den Mitschülern in den Urlaub zu fahren, bleibt sie lieber zuhause. Sie nimmt sogar den Nachhilfeunterricht durch die jüngere Ulrike in Kauf, um sich vorsichtig ihrem ersten Schwarm, dem Ballettlehrer Marc-André, nähern zu können.
Mit leichter Hand, sehr stilsicher und mit einem zwinkernden und schelmischen Auge inszeniert Autorin und Regisseurin Barbara Kronenberg diese lockere Sommerkomödie. Alle Protagonisten haben so ihre Macken: Die Mutter nimmt neben ihren Telefonaten die Familie nicht mehr war. Der Vater widmet sich nur noch seinem verrückten Hobby. Der französische Ballettstar ist ein Betrüger. Die von Ella erst verhasste jüngere Nachhilfetutorin Ulrike hat einen Klumpfuß, ist aber hochintelligent und äußerst selbstbewusst. Und Ella selbst ist als pummelige Ballett-Prinzessin eine optische Augenweide der besonderen Art. Den Cast so locker zu führen und das Groteske dabei nicht zu überziehen, ist eine beachtliche Leistung der Regie. Dazu eine tolle Location gewählt sowie eine schöne Kameraführung und fertig ist ein kleiner und sehr stimmiger Film, der wahre Freude am Zuschauen bereitet.