Dear Future Children

Filmplakat: Dear Future Children

FBW-Pressetext

Inspirierend, emotional und dennoch sachlich – ein wichtiger Film zur richtigen Zeit.

Der Dokumentarfilm von Franz Böhm porträtiert drei junge Frauen, die in Chile, Uganda und Hongkong gegen alle Widerstände für eine bessere und gerechtere Welt kämpfen. Durch seine starken Protagonistinnen macht der inspirierende Dokumentarfilm deutlich, dass es sich lohnt, für ein Ziel zu kämpfen und so die Welt zum Besseren zu verändern.

Den gesamten Film erfüllt eine unfassbare Frauenpower, die sich mit kraftvollen Bildern über die Leinwand auf die Zuschauer*innen überträgt. Mit der 23-jährigen Rayen aus Chile, der 22-jährigen Hilda aus Uganda und der 22-jährigen „Pepper“ aus Hongkong stellt der Film wunderbare Protagonistinnen in sein Zentrum und begleitet sie auf ihren thematisch sehr unterschiedlichen Wegen, die doch eines eint: der unbändige Wille, sich vom bestehenden System nicht unterkriegen zu lassen und für eine bessere Welt zu kämpfen. Die Themen sind dabei alle gesellschaftlich hochaktuell und relevant und machen den Film so auch zu einer wichtigen Diskussionsgrundlage, gerade für junge Menschen. Mit der Kamera von Friedemann Leis ist der Film immer sehr nah am Geschehen, ob nun bei größeren Demonstrationen, einer öffentlichen Veranstaltung oder auch bei sehr persönlichen Gesprächen. Wie nah Franz Böhm den Protagonistinnen kommt, zeigt das große Vertrauen, das er während der Dreharbeiten aufbauen konnte. Gleichzeitig hält sich der Filmemacher mit einem eigenen Kommentar komplett zurück und überlässt den Protagonistinnen ihren Raum. Die vielen Informationen, die der Film liefert, vermittelt er stark emotional und doch immer sachlich durch die respektvolle Nähe zu Rayen, Hilda und Pepper, und trotz der fremden Orte vermittelt sich die Liebe zur Heimat, die die jungen Frauen in ihren Anstrengungen antreibt. Das macht DEAR FUTURE CHILDREN auch zu einer überzeugenden und gerade für die junge Zielgruppe inspirierenden filmischen Übersetzung des Mottos „Think global, act local“. Denn ein Kampf für eine bessere Welt für alle kann nur mit dem ersten Schritt vor der eigenen Haustür beginnen.

Filminfos

Gattung:Dokumentarfilm
Regie:Franz Böhm
Drehbuch:Franz Böhm
Kamera:Friedemann Leis
Schnitt:Daniela Schramm Moura
Musik:Leonard Küßner; Hannes Bieber
Weblinks:german-documentaries.de; dearfuturechildren.com;
Länge:89 Minuten
Kinostart:17.06.2021
Verleih:Camino Filmverleih
Produktion: Nightrunner Productions Franz Böhm, Johannes Schubert Produktion; Lowkey Films; Übergraphisch GbR;

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

„Fear is the biggest weapon against us“, sagt Pepper, die Protagonistin aus Hongkong, in Vorbereitung auf ihren nächsten Einsatz auf der Straßendemonstration für den Erhalt der Demokratie. Sie sagt damit einen Satz, der sowohl zentral für die Protagonistinnen des Films steht als auch für unsere Gesellschaft ganz allgemein. Die Angst zu überwinden und sich für die eigenen Überzeugungen auch gegen Autoritäten einzusetzen, ist eine der großen Leistungen von Aktivist*innen auf der ganzen Welt, die für Demokratie, soziale Gerechtigkeit, Umweltschutz und Klimawandel auf die Straße gehen oder sich anders aktiv in Projekte einbringen. Drei Aktivistinnen hat das Team um Regisseur Franz Böhm stellvertretend in ihrem Einsatz begleitet und mit ihnen einen Film geschaffen, der thematisch und atmosphärisch den Nerv der Zeit trifft. Geschickt in der Montage ineinander verzahnt, repräsentieren die drei Protagonistinnen drei große Themen unserer Zeit, die auf handwerklich eindrucksvolle Art erzählt werden.
Das Team von Franz Böhm geht dabei alles andere zurückhaltend vor: Die Filmschaffenden emotionalisieren mit ihrem Einsatz von Musik, schaffen über Zeitlupen und ikonische Heldeninszenierungen eine enorme dynamische Bilderkraft, montieren auf elegante Weise Found Footage in die Erzählung und texten gezielt auf Wirkung. All das ist extrem gelungen und vor allem legitim, weil es zu dem passt, was sie zeigen: Einsatz, Engagement, Emotionen – einen Aktivismus, der Veränderung herbeiführen möchte und den der Film in jedem Moment spürbar werden lässt. Über das Offensichtliche hinaus bietet zudem die Bildebene eine Fülle weiterer Details und Ansätze, die die Zuschauer*innen, einiger Redundanzen zum Trotz, permanent am Ball bleiben lässt. Unter anderem etwa offenbaren die Bilder ganz nebenbei äußerst interessante soziokulturelle Unterschiede in den Ausformungen von Widerstand, und auch die herausragende Rolle von Frauen aller Generationen als Protagonistinnen, als Aktive, als Opfer findet vielschichtigen Eingang in den Film. Mag auch die beschriebene Wucht der filmischen Mittel in Momenten immer wieder die empfundene Nähe zu den Protagonistinnen beeinträchtigen, so bleibt unter dem Strich doch ein in den Augen der Jury äußerst bemerkenswerter Dokumentarfilm, der insbesondere bei der jüngeren Zuschauerschaft auf großes Interesse stoßen dürfte.