Titanic 3D

Kinostart: 05.04.12
2012
Filmplakat: Titanic 3D

FBW-Pressetext

Sie galt als unsinkbar und war einst das größte Passagierschiff: die Titanic. Ihr Untergang vor hundert Jahren nach der Kollision mit einem Eisberg war eines der schlimmsten Schiffsunglücke aller Zeiten – und der Beginn eines Mythos. Unzählige Male ist die Katastrophe verfilmt worden, doch kein Film war je so erfolgreich wie James Camerons Werk aus dem Jahr 1997. Er erzählt die Geschichte des Untergangs durch die Augen von Rose, einer jungen Engländerin aus der Oberschicht, die sich gefangen fühlt in einer arrangierten Verlobung. Sie trifft auf Jack, einen Amerikaner, der zwar arm wie eine Kirchenmaus ist, aber dennoch Rose mit seiner lebensbejahenden Art beeindruckt. Eine Liebe zwischen den beiden erscheint unmöglich, und doch überwindet sie alle Schranken. Bis das Unglück über alle hereinbricht. Selbst 15 Jahre nach seiner Premiere hat Camerons episches Meisterwerk nichts von seiner Faszination verloren und zeigt, dass es auf die Kinoleinwand gehört. Die Handlung ist eine perfekte Genre-Mischung aus romantischer Liebesgeschichte, spannenden actiongeladenen Momenten und der bis ins kleinste Detail genauen Rekonstruktion einer historischen Katastrophe. Die 3D-Effekte unterstützen das Raumgefühl, ziehen den Zuschauer noch stärker in den Bann der Geschichte und versetzen ihn in die Geschehnisse an Bord des Schiffes. So entsteht ein Film, den es neu oder auch wieder zu entdecken gilt. Ganz großes Kino – mitreißend, zeitlos und gefühlvoll.

Filminfos

Gattung:Drama; Spielfilm
Regie:James Cameron
Darsteller:Leonardo DiCaprio; Kate Winslet; Billy Zane
Drehbuch:James Cameron
Kamera:Russell Carpenter
Schnitt:Conrad Buff IV; James Cameron; Richard A. Harris
Musik:James Horner
Webseite:titanic-derfilm.de;
Länge:194 Minuten
Kinostart:05.04.2012
Verleih:Fox
Produktion: Lightstorm Entertainment
FSK:12

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Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Es geschieht selten, dass man Gelegenheit hat, einen Mythos noch einmal in neuem Gewand einer Revision zu unterziehen. James Camerons Film TITANIC aus dem Jahr 1997 ist fraglos solch ein Mythos der Filmgeschichte – ein Werk, das damals mit einem Einspielergebnis von 1.8 Mrd. Dollar alle Rekorde brach, bis es von AVATAR (ebenfalls von Cameron inszeniert) verdrängt wurde. Nun hat der Regisseur seinen Klassiker einer Aktualisierung unterzogen, die beinahe pünktlich zum 100. Jahrestag des Untergangs der Titanic (in der Nacht vom 14. auf den 15. April 1912) in die Kinos kommt – durch den aufwändigen Einsatz von 3D-Technik auf den neuesten Stand gebracht, um seinen Film so der jungen Generation von Kinogängern näher zu bringen. Und das Ergebnis dieser Revitalisierung kann sich wirklich sehen lassen.
Das Erstaunliche an dieser „Wiederbegegnung“ ist, dass der Film trotz der gewaltigen Laufzeit von 194 Minuten (inklusive einiger Längen am Anfang) und trotz des bekannten Ausgangs der Geschichte durchgehend spannend und mitreißend bleibt. Für einen Film, der vor 15 Jahren in die Kinos kam, ist das eine gewaltige Leistung. Zudem fällt auf, dass der Film bei einer neuerlichen Betrachtung sich keineswegs nur auf die Liebesgeschichte zwischen Jack und Rose konzentriert, sondern gekonnt mindestens vier Genres (Action, Historien- und Katastrophenfilm sowie Liebesmelodram) bedient, die allesamt zu ihrem Recht kommen. Selbst wenn man die 3D-Technik außer Acht lässt, ist TITANIC auch heute noch ein enorm vielschichtiger Film, der auf vielen verschiedenen Ebenen anspricht und fasziniert.
Die andere unbestreitbare Qualität des Filmes – und in dieser Zeitlosigkeit kann man durchaus ein Indiz dafür erkennen, dass es sich bei James Camerons Werk um große Kunst handelt – liegt darin, dass der Film mit den Erfahrungen der letzten Jahre noch einmal ganz andere Assoziationen hervorruft. Wenn die Passagiere der Titanic sich in höchster Verzweiflung vom steil aufgerichteten Heck des Schiffes in die Tiefe stürzen, muss man unweigerlich an 9/11 denken und an die Bilder, die sich seitdem eingebrannt haben. Und die einleitende Erkundung des Wracks der Titanic erinnert an Werner Herzogs archäologische Erforschung in DIE HÖHLE DER VERGESSENEN TRÄUME.
Trotz der enormen Möglichkeiten, die der heutige Stand der Technik bietet, widersteht James Cameron einem allzu augenfälligen Einsatz von 3D, was womöglich daran liegt, dass die Kamerabewegungen und Einstellungsgrößen des Originals einem Mehr an Effekten entgegen standen. Statt (im wahrsten Sinne) vordergründiger „Pop-outs“ erscheinen die 3D-Effekte auf natürliche Weise eingebunden – lediglich als die Kette mit dem „Herz des Ozeans“ im Meer versinkt, verlässt Cameron für einen kurzen Moment seine Strategie des behutsamen Einsatzes und überhöht die Raumperspektive zugunsten der Symbolik. Vielmehr lässt Cameron seinem Film die doppelte nostalgische Anmutung (neben der des Topos auch diejenige des Materials, des Looks von 1997), weil er auf die Substanz des Films, auf seine Kraft vertraut. Ohne Zweifel eine richtige Entscheidung.
Dennoch ist TITANIC 3D ein Film, für den unbestreitbar der Begriff „ganz großes Kino“ wie gemacht erscheint. Perfekt in der Ausstattung, bei den Spezialeffekten und in der Kameraarbeit, beispielhaft im Einsatz der Musik (im Film klingt der Klassiker „My Heart Will Go On“ von Celine Dion nur an, obwohl jeder das Lied mit dem Film verbindet) und mit exzellenten Schauspielerleistungen verfehlt der Film auch heute noch seine enorme emotionale Wirkung auf den Zuschauer nicht – auch wenn man vor allem durch den damals noch sehr jungen Leonardo DiCaprio spürt, dass der Film eine (gleichwohl edle) Patina angesetzt hat.
Wer den Film bislang nicht kennt oder ihn in einer der unzähligen Wiederholungen auf der heimischen Mattscheibe gesehen hat, der kann sich nun bei einem Kinobesuch von der enormen cineastischen Qualität des Films überzeugen – man sollte diese Gelegenheit nutzen.