Shape of Water - Das Flüstern des Wassers

Kinostart: 15.02.18
2017
Filmplakat: Shape of Water - Das Flüstern des Wassers

FBW-Pressetext

Der meisterhafte Geschichtenerzähler Guillermo del Toro erzählt eine poetische Liebesgeschichte, die um 1963 vor dem Hintergrund des Kalten Krieges in Amerika spielt. Im versteckten Hochsicherheitslabor der Regierung arbeitet die einsame Elisa (Sally Hawkins) gefangen in einem Leben der Stille und Isolation. Elisas Leben ändert sich für immer, als sie und ihre Kollegin Zelda (Octavia Spencer) ein als geheim eingestuftes Experiment entdecken.

Elisas Leben ist streng getaktet. Die Frau, die in einer kleinen Wohnung über einem Kino wohnt und als Putzkraft in einem geheimen Forschungslabor der Regierung arbeitet, verbringt ihre Tage in einem Rhythmus, der von Stille und Monotonie dominiert ist. Denn seit einem traumatischen Erlebnis in ihrer Kindheit ist Elisa stumm. Sie ist schüchtern und vertraut nur wenigen Menschen, wie etwa ihrer Freundin und Kollegin Zelda. Eines Tages wird eine neue geheimnisvolle Kreatur in das Forschungslabor eingeschleust. Die Tests der Wissenschaftler sind grausam und brutal. Elisa empfindet Mitleid und fasst Vertrauen zu der geheimnisvollen Gestalt im Wasser, die sie fasziniert und von der sie sich magisch angezogen fühlt. Der neue Film von Guillermo del Toro entwickelt seinen unbändigen Zauber durch seine großartigen, fast traumartigen Bilder. Die 1950er und 1960er Jahre setzen den historischen Ton, auch in Bezug auf das hermetisch wirkende, streng bewachte Labor und die an den Kalten Krieg erinnernde Atmosphäre. Michael Shannon verkörpert die Härte, Kälte und Entschlossenheit des nach Herrschaft nach Macht und Karriere strebenden Militärangehörigen Wissenschaftlers glaubwürdig. Und Sally Hawkins ist als Elisa ideal besetzt. Fragil wirkt sie, fast schon zerbrechlich– doch je stärker sie sich zu der Kreatur im Wasser hingezogen fühlt, desto mehr Stärke gewinnt sie auch in ihrem Ausdruck. Die Kamera schlängelt sich durch die unterirdischen Gänge des Labors und begleitet die Figuren bei ihrem Tanz durch die Elemente, wobei dem Wasser eine hochsymbolische Bedeutung zukommt. Im Zusammenspiel mit Licht und der verträumten Musik von Alexandre Desplat erschafft del Toro eine in sich geschlossene magische und fast surreale Welt, in der das Monster beim Zuschauer Vertrauen und Sympathie weckt. Und in der der Mensch selbst das Monster ist. Mit SHAPE OF WATER – DAS FLÜSTERN DES WASSERS hat Guillermo del Toro ein Werk kreiert, das so stark, kraftvoll und inspirierend ist wie das Kino selbst. Pure, märchenhafte Filmkunst.

Filminfos

Gattung:Drama; Spielfilm
Regie:Guillermo del Toro
Darsteller:Sally Hawkins; Michael Shannon; Richard Jenkins; Octavia Spencer; Michael Stuhlbarg; Doug Jones; David Hewlett; Nick Searcy; Stewart Arnott, Nigel Bennett; Lauren Lee Smith; Martin Roach; Allegra Fulton; John Kapelos
Drehbuch:Guillermo del Toro; Vanessa Taylor
Kamera:Dan Laustsen
Schnitt:Sidney Wolinsky
Musik:Alexandre Desplat
Länge:123 Minuten
Kinostart:15.02.2018
Verleih:Fox
Produktion: Fox Searchlight Pictures, Bull Productions; Double Dare You;
FSK:16

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Guillermo del Toro zeigt sich mit SHAPE OF WATER – DAS FLÜSTERN DES WASSERS wieder einmal als Meistererzähler des großen Kinos. Die Geschichte spielt mitten im Kalten Krieg, 1962 in Baltimore. In einem geheimen Regierungslaboratorium wird eine menschlich-amphibische Kreatur gefangen gehalten, die zu Militärzwecken ausgebeutet werden soll und hinter der auch die Russen her sind. Zwischen der stummen Putzfrau Elisa (Sally Hawkins) und der Kreatur (Doug Jones) entwickelt sich eine zarte Liebesgeschichte. Als der brutale Regierungsagent Strickland (Michael Shannon) beauftragt wird, die Kreatur zu töten, startet Elisa eine mutige Befreiungsaktion. Unterstützt wird sie dabei von ihrer Kollegin Zelda (Octavia Spencer), dem Nachbar Giles (Richard Jenkins) und dem Wissenschaftler Hoffstetler (Michael Stuhlbarg), der eigentlich ein russischer Spion ist.

SHAPE OF WATER – DAS FLÜSTERN DES WASSERS hat eine Mehrfachcodierung: Es knüpft an an die klassischen Monsterfilme, die spannenden Noir Krimis, zitiert opulente Musicals und wird zur unvergleichlichen Liebesgeschichte. Diese entwickelt ihre Kraft gerade daraus, dass die beiden Hauptdarsteller nicht miteinander sprechen können, jedenfalls nicht auf die konventionelle Art. Del Toro stellt die gängige Sichtweise auf den Kopf indem er das Monster zur heldenhaften Hauptfigur macht und die Menschen, die sich gegen die Kreatur verbünden, als die eigentlichen Kräfte des Bösen entlarvt. Die Einbeziehung von Sinnlichkeit und (verhaltener) Sexualität bildet ein Gegengewicht zur Märchenhaftigkeit und führt in die Realität des Erwachsenenlebens.

Der Film wirft auch einen nostalgischen Blick auf Hollywood: Elisas Wohnung liegt über einem prachtvollen Kinosaal, in den nur noch selten Zuschauer kommen. Stattdessen flimmern in den Wohnzimmern die alten Hollywoodmusicals auf den Fernsehschirmen. Fasziniert vom Geschehen auf der Leinwand ist nur das Monster, als es sich in den Kinosaal verirrt. In vielen Bildern werden beiläufig wunderschöne kleine Geschichten erzählt. Die Kameraarbeit (Dan Laustsen) besticht durch eine phantastische Lichtsetzung und liefert kongeniale Bilder, unter und über Wasser. Meisterlich sind Ausstattung (Paul Denham Austerberry), Schnitt (Sidney Wolinski), Kostümdesign (Luis Sequeira) und die Musik von Alexandre Desplat.
Im Zentrum des durchweg exzellenten Schauspielerensembles steht Sally Hawkins als stumme Elisa, der es gelingt, jede Stimmung ohne Worte auszudrücken. Sie und Doug Jones als Kreatur geben der Liebesbeziehung eine große Wahrhaftigkeit.

SHAPE OF WATER – DAS FLÜSTERN DES WASSERS zeigt kunstvoll und bildgewaltig Gut und Böse, Unschuld und Bedrohung, Vergangenes und Zukünftiges, Schönheit und Monstrosität. Del Toro selbst sagt dazu: „Ich mache gerne Filme, die befreiende Wirkung haben, die aussagen, dass man okay ist genauso wie man ist. Und das, scheint mir, ist gerade in der heutigen Zeit sehr wichtig.“ Die Jury war begeistert und vergibt einstimmig das Prädikat „besonders wertvoll“.