Filmplakat: Obon

FBW-Pressetext

Hiroshima. Man feiert Obon, das japanische Geisterfest. Die Seelen der Ahnen besuchen ihre Hinterbliebenen. Und Akiko Takakura, eine Überlebende der Atombombenexplosion, empfängt die Geister ihrer Eltern. Regisseur André Hörmann und die Animationskünstlerin Samo erzählen auf ganz individuelle und beeindruckende Weise in ihrem neuen Kurzfilm OBON von den Geschehnissen rund um die Atombomenexplosion in Hiroshima. Sie wählen dafür die sehr persönliche Perspektive einer Hinterbliebenen, die ihre Erinnerungen an den grauenvollen Tag beschreibt. Zu den kunstvoll und mit großer Detailgenauigkeit animierten, teilweise sogar fast drastischen Bildern komponieren Hörmann und Samo die Worte Takakuras, die das Ganze in zarter Eindringlichkeit umschreiben. Mit OBON gelingt Hörmann und Samo die Zusammenführung verschiedener Welten. Tochter und Vater, Frieden und Krieg, Tradition und Moderne. All das vereint in einer eigenen, faszinierenden Kunstform.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Kurzfilm
Regie:André Hörmann; Anna Bergmann
Drehbuch:André Hörmann
Musik:Daniel Regenberg
Länge:15 Minuten
Kontakt:andre-hoermann@gmx.de
Produktion: Hörmann-Filmproduktion GbR André Hörmann
Förderer:MBB; Filmstiftung NRW; Nordmedia

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

OBON ist das japanische Geisterfest, bei dem die Seelen der verstorbenen Ahnen nach Hause zurückkehren. Akiko Takakura, Jahrgang 1925, eine der letzten Überlebenden der Atombombenexplosion von Hiroshima, erzählt ihre Erinnerungen an die brennende Stadt, die verzweifelt Sterbenden und an ihren Vater. Sie erfährt erstmals väterliche Liebe von diesem harten, strengen Mann, als er vergeblich versucht, ihre zerstörten Hände zu reinigen.

Dem Filmemacher André Hörmann ist es in Zusammenarbeit mit der Animationskünstlerin Samo (Anna Bergmann) gelungen, das Thema neu und individuell zu erzählen. Die Animation findet eine eindrucksvolle Bildsprache für die Zerstörung und das Grauen, sie wirkt von zarter Eindringlichkeit, wenn im Gesicht der alten Frau das Gesicht des Vaters aufscheint und mitreflektiert wird. Dem Film gelingt es, in kurzen Sequenzen einen Einblick in die vergangene japanische Welt zu geben und den Kontrast zum Setting der modernen Stadt zu setzen. Der poetische Text wird stimmig mit den Originaltönen der Stadt verbunden. Die Jury vergibt einstimmig das Prädikat „besonders wertvoll“.