Filmplakat: Imbiss

FBW-Pressetext

Die griechische Insel Lesbos. Seit dem Frühjahr 2015 kommen hier täglich mehrere hundert Flüchtlinge an. Die Menschen benötigen Essen, Getränke – und Strom für ihr Handy, um die Kommunikation mit Freunden und Familien aufrechtzuerhalten. Als eines Tages ein Imbissbesitzer einen Wagen mit allem Nötigen aufbaut, dauert es nicht lange, bis sich die Nachricht unter den Flüchtlingen verbreitet. Und so wird der Kiosk zum zentralen Anlaufpunkt. Die Filmemacher Christoph Eder und Jonas Eisenschmidt haben sich 2015 nach Lesbos begeben und die Situation vor Ort filmisch begleitet. Trotz eines kompletten Verzichts auf einen Kommentar oder eine Involvierung in den Film spürt man, wie nah das Team allen Beteiligten gekommen ist. Dem Kioskbesitzer, der hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch zu helfen und dem sachlich-professionellen Streben nach Profit ist. Dem Vater, der ganz klare Regelungen vorgibt und seinen Kiosk nach und nach „einzäunt“, um „Grenzen“ zu schaffen. Und auch den Flüchtlingen, die dem Kioskbesitzer von ihren Nöten erzählen. IMBISS verschafft dem Betrachter einen tiefen Einblick in die Lage vor Ort, ohne dass ein Zuviel an Informationen den Blick verstellt. Auf diese Weise ist IMBISS ein klug reflektierender Film über die Flüchtlingskrise, der stets Platz für eigene Gedanken und Interpretationen lässt und mit all seinen wie nebenbei eingefangenen Beobachtungen hochpolitisch ist.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Die griechische Insel Lesbos – Landeplatz und Sammelort vieler Flüchtlinge aus dem mittleren Osten.
Strategisch geschickt platziert eine griechische Familie ihren Imbiss-Kiosk, um die Flüchtlinge mit Essen und Getränken zu versorgen. Und ganz wichtig: Man liefert so auch gleich den Strom für die dringend notwendigen Aufladungen der Handys mit.
Mit IMBISS ist den Filmemachern in den Augen der Jruy eine sehr sympathische kurze Doku über eine Zustandsbeschreibung gelungen, die ohne eigene Wertung, andererseits aber mit vielen Detailinformationen aufzuweisen vermag.
Die Kamera scheint fast unbemerkt das Treiben zu beobachten und bietet dabei sehr reizvolle und für sich selbst sprechende Einstellungen. So kann der Film ganz problemlos auf Fragen oder Kommentare verzichten und sagt nur durch die Kraft des Gezeigten eine Menge aus, was letztlich seine sehr große Qualität unter Beweis stellt.