Die Reise der Pinguine 2

Kinostart: 02.11.17
2017
Filmplakat: Die Reise der Pinguine 2

FBW-Pressetext

Schwimmen, Fische fangen, in der Kälte überleben. Alles Dinge, die ein Pinguin instinktiv weiß. Oder auch erlernt. Doch bis es soweit ist, muss ein kleiner Pinguin, zusammen mit seiner Familie, viele Prüfungen bestehen. Denn das Leben im ewigen Eis ist hart und unerbittlich. Und bietet viele Gefahren. Zwölf Jahre nach seinem oscarprämierten Dokumentarfilm DIE REISE DER PINGUINE kehrt der Filmemacher Luc Jacquet im Rahmen des Projektes „Wild-Touch-Antarctica“ in die Antarktis zurück, um erneut das Leben der Kaiserpinguine zu begleiten und in fantastische und faszinierende Bilder zu packen. Wie schon im ersten Teil leistet die Kamera Phänomenales, wenn sie den Tieren unglaublich nahekommt und Eindrücke von monumentaler Schönheit einfängt. Die Pinguinfamilie, die im Mittelpunkt der Geschichte steht, begleitet Jacquet über einen längeren Zeitraum hinweg. Von der Balz über die Brutzeit bis hin zum ersten Sprung ins kalte Wasser kann der Zuschauer Zeuge dieses tierischen Kreislaufs werden. Die stimmungsvoll und dazu passend gewählte Musik und der pointiert eingesprochene Kommentar von Udo Wachtveitl erschaffen eine zusätzliche emotionale Dimension und so ist DIE REISE DER PINGUINE 2 eine poetisch schöne und bildgewaltige Reise in ein eine artenreiche Welt, die es zu bewahren und zu schützen gilt. Und damit eine würdige Fortsetzung des ersten Teils.

Filminfos

Gattung:Dokumentarfilm
Regie:Luc Jacquet
Kamera:Jérome Bouvier
Schnitt:Olivier Dassonville
Musik:Cyrille Aufort
Länge:85 Minuten
Kinostart:02.11.2017
Verleih:Wild Bunch Germany
Produktion: Bonne Pioche, Paprika Films;
FSK:0

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Der FBW-Hauptausschuss hat das Urteil der Erstjury bestätigt.

12 Jahre nach DIE REISE DER PINGUINE hat Luc Jacquet eine Fortsetzung gedreht. Wie im ersten Film hat er wieder die Dramaturgie eines Spielfilms in seine Dokumentation eingearbeitet, sodass dem Publikum aus der Masse der sich an ihrem Brutplatz versammelten Kaiserpinguine das bewegende Schicksal einer einzelnen Familie vorgestellt wird. Die Pinguine haben zwar kaum äußere Unterscheidungsmerkmale und so gab es eine Vielzahl von „Darstellern“ für die Rollen von Vater, Mutter, Ei und Küken, aber Jacquet hat seine Aufnahmen so geschickt montiert und die Geschichte ist vor allem durch die Erzählstimme so spannend, dass hier, wie schon im Vorgänger, erstaunlich emotional erzählt werden kann. Luc Jacquet sind wieder erstaunliche Naturaufnahmen gelungen, und man kann die Geduld und Sorgfalt, mit der sein kleines Team in der Antarktis arbeitete, nur bewundern. Eine wichtige Entscheidung war es, den Film kindgerecht zu machen. So verzichtet Jacquet etwa darauf, tote Pinguine-Junge zu zeigen. Nur die Bilder von den verlassenen und vereisten Eiern könnten die kleinsten Zuschauer eventuell verstören.

Die Jury war allerdings der Meinung, dass Jacquet an manchen Stellen ein wenig kompliziert erzählt, indem er wiederholt zwischen den Zeitebenen springt. Nach einem sehr dramatischen Auftakt muss Jacquet folgerichtig erzählen, wie es genau zu dieser dramatischen Situation gekommen ist. Auch später gibt es solche erzählerischen Brüche in der Chronologie, die den natürlichen Fluss der Erzählung nach Ansicht der Jury mäandern lassen und stellenweise blockieren. Nicht durchweg überzeugend ist für die Jury auch der zum Teil pathetische Ton des Kommentars. In solchen Momenten wird dann auch die Vermenschlichung der Tiere ein wenig übertrieben, wenn etwa behauptet wird, dass der Protagonist sich dessen bewusst ist, dass dies das letzte Jahr sein wird, in dem er ein Küken großziehen kann, er also ein Wissen um die eigene Sterblichkeit hat. Unter Abwägung der einzelnen Argumente bestätigt die Jury des Hauptausschusses daher die Auszeichnung des Films mit dem Prädikat „wertvoll“.