Die Häschenschule - Jagd nach dem goldenen Ei

Kinostart: 16.03.17
2017
Filmplakat: Die Häschenschule - Jagd nach dem goldenen Ei

FBW-Pressetext

Max ist ein cooler Stadthase, der niemanden braucht, um klarzukommen, und schon bald in eine Hasengang aufgenommen wird. Wenn er nur die Mutprobe besteht. Da kommt ein Trainingsflug mit einem Modellflugzeug natürlich sehr gelegen. Doch leider treibt das Flugzeug direkt auf einen Wald zu, wo eine Fuchsfamilie die Verfolgung aufnimmt. Max kann sich gerade noch über eine Hecke retten, ehe das Flugzeug abstürzt. Er ist mitten in der Häschenschule gelandet, wo aus seiner Sicht natürlich alles furchtbar uncool ist, Max ist nun erstmal in Sicherheit, aber nach Hause kann er auch nicht, denn die Füchse versuchen, in die Schule einzudringen, um ein magisches, goldenes Osterei zu klauen. Doch kann es sein, dass Max am Lernen in der Gemeinschaft und der Verantwortung für das Osterfest sogar Spaß findet? Das wäre jetzt aber echt nicht cool. Oder doch? Fast hundert Jahre ist das Kinderbuch „Die Häschenschule“ nun schon alt – und dennoch zeigt der Film von Ute von Münchow-Pohl, wie wenig die Idee an Charme und Zauber eingebüßt hat. Geschickt verknüpft der Film die beste Tradition der Vorlage mit einer modernen und frischen Geschichte, die auch für kleine Zuschauer von heute bestens nachzuvollziehen ist. Da gibt es immer noch die kleinen Nachwuchshasen, die von ihren strengen und doch gütigen Lehrern in der Schule lernen, wie man ein guter Osterhase wird und sich in einer Art Parcours beweisen müssen. Die Figur des frechen Max ist eine wunderbare Ergänzung, um die Erfahrungswelt der Kinder von heute in die Geschichte einzubringen, wozu auch eine aktuelle Jugendsprache gehört. Auch die Animation verbindet liebevoll Alt und Neu, die Szenen sind rasant, immer wieder überraschend gestaltet und dennoch immer kindgerecht und im angemessenen Erzähltempo vermittelt. Wichtige und positive Botschaften wie Freundschaft, Zusammenhalt und der Spaß am gemeinsamen Lernen werden ohne erhobenen Zeigefinger vermittelt und sämtliche Hasenfiguren dienen als Sympathieträger und Identifikationsfiguren, wie beispielsweise auch die kleine Häsin Emmi, die den Jungs an Mut, Tapferkeit und Wissen in gar nichts nachsteht und mit Max zusammen ein tolles Hasenheldengespann abgibt. DIE HÄSCHENSCHULE – JAGD NACH DEM GOLDENEN EI ist ein bezauberndes Animationsabenteuer, das schon kleinen Filmfreunden eine riesengroße Freude bereiten wird. Ein entzückender Film, so bunt und schön wie ein Osternest.

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Kinderfilm
Regie:Ute von Münchow-Pohl
Drehbuch:Katja Grübel; Dagmar Rehbinder
Buchvorlage:Albert Sixtus; Frith Koch-Gotha
Schnitt:Erik Stappenbeck
Musik:Alex Komlew
Webseite:haeschenschule-film.de;
Jugend Filmjury:Lesen Sie auch, was die Jugend Filmjury zu diesem Film sagt...
Länge:76 Minuten
Kinostart:16.03.2017
Verleih:Universum
Produktion: Akkord Film Produktion GmbH, Virgin Lands;
FSK:0
Förderer:MFG Baden-Württemberg; FFA; MBB; FFF Bayern; Nordmedia; DFFF; FFHSH; Film- und Medienstiftung NRW; MEDIA-Programm der EU

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Generationen von Kindern in Deutschland verbinden ihre Kindheit auch mit dem Buch „Die Häschenschule“ aus dem Jahre 1924. Ein Klassiker, der eventuell in den vergangenen Jahrzehnten etwas in Vergessenheit geraten scheint.
Es ist sicher ein Verdienst dieser Verfilmung, dieses reizende Kinderbuch wieder der heutigen Zeit zu vermitteln, dies vor allem auch wegen seiner – aus heutiger Sicht – liebenswert originellen Bild- und Textsprache.

Die Verfilmung nun ist glücklicherweise nicht der Versuchung erlegen, das ursprüngliche Buch auf den Kopf zu stellen und eine pure moderne Variante im Hollywood-Style daraus zu machen.

Die im Buch vorgegebene im besten Sinne antiquierte Grundstruktur der Häschenschule ist geblieben, behutsam angereichert mit den Zutaten, mit denen auch kleine Kinder schon heute aufwachsen. Der dramaturgische Kniff, dass ein cooler Stadthase, der so gerne auch in einer Stadtgang mimischen möchte, zum Retter der Häschenschule wird, gibt den bildlichen Kontrast zwischen Großstadt und idyllischem Waldleben. Dass auch die Häschenschule sich etwas verändert hat, angereichert durch ein kletterwaldähnliches Trainingscamp und durch Unterrichtsergänzung neben dem Ostereiermalen in Karate und Meditation, passt wunderbar und stellt das ursprüngliche Thema der Häschenschule dennoch nicht komplett in Frage.
Die bekannten Figuren von Hasen und Füchsen sind auf gelungene Weise exakt den Zeichnungen der Buchvorlage angepasst und übernommen worden, die Landschaften farbenprächtig und die Animation ohne Fehl und Tadel. Die Synchronisation der Stimmen von Direktor Eitelfritz und Madame Hermine durch Friedrich von Thun und Senta Berger sind originell, wie auch passend. Lediglich bei den kleinen Hasen – die Stimmen für Max und Emmi ausgenommen – hätte man sich etwas mehr Variationen gewünscht.

Und noch der Blick auf das, was der Film neben seiner spannenden Geschichte um die Rettung von der Häschenschule und dem goldenem Ei, inhaltlich vermitteln möchte und auch kann: Es werden nicht nur die Regeln um Herstellung und Verbreitung der Ostereier durch die Osterhasen vermittelt, sondern es werden auch die immer zu fördernden Werte um Freundschaft, Treue, Mut zur Veränderung und zum Handeln und Integration in der Gemeinschaft angesprochen.