Chasing Ice

Kinostart: 07.11.13
VÖ-Datum: 27.02.14
2012
Filmplakat: Chasing Ice

FBW-Pressetext

James Balog ist Fotograf. Voller Leidenschaft widmet er sich seiner Berufung und dem jeweiligen Objekt, das er betrachtet. Vor Jahren fiel seine Aufmerksamkeit auf die Schönheit und Faszination der Materie Eis. Doch durch den Klimawandel und die darauf folgende Erderwärmung verschwindet das Eis nach und nach von der Erde. Gletscher schmelzen, die Temperaturen steigen nach oben und die Naturkatastrophen häufen sich. Doch immer noch gibt es Zweifler an dieser wissenschaftlich verifizierten ökologischen Katastrophe. Und so hat sich James Balog zu einem Langzeitprojekt entschlossen. In seiner Studie „Extreme Ice Survey (EIS)“ platzierte er mehrere Kameras an verschiedenen Orten in der Welt wie Island, Alaska oder Montana. Dort finden sich riesige Gletscherformationen, die seit Urzeiten vorhanden sind. Und die Ergebnisse seiner Studie sind erschreckend. Der Film unter der Regie von Jeff Orlowski begleitet den engagierten Fotokünstler bei seinem Projekt mit allen Hürden und Problemen. Dazwischen immer wieder Aufnahmen des „ewigen“ Eises, mit seiner gleichzeitigen Fragilität und Erhabenheit. Und zum Schluss begleitet der Film Balog bei seiner wichtigsten Mission: die Botschaft des drohenden ökologischen Kollapses den Leuten zu vermitteln. Vor allem den Zweiflern. Denn nach diesen Bildern ist es noch nicht zu spät zum Handeln. Aber zu spät zum Zweifeln.

Filminfos

Gattung:Dokumentarfilm
Regie:Jeff Orlowski
Drehbuch:Mark Monroe
Kamera:Jeff Orlowski
Schnitt:Davis Coombe
Musik:Joshua Ralph
Webseite:chasingice-derfilm.de;
Weblinks:zelluloid.de; moviejones.de;
Länge:75 Minuten
Kinostart:07.11.2013
VÖ-Datum:27.02.2014
Verleih:NFP
Produktion: Exposure Production, Diamond Docs; Submarine Deluxe;
FSK:0
BD EAN-Nummer:4009750398524
DVD EAN-Nummer:4009750223789
Anbieter-Link:eurovideo.de
DVD Extras:Making Chasing Ice; Die Zeitrafferkamera; Musikclip "Before My Time", gesungen von Scarlett Johansson; Ungeschnittene Szene "Glacier watching"; Das Chasing Ice Team auf dem Sundance Festival; Film Festivals – Fragen an den Regisseur; Auszüge aus James Balogs Vortragsreise "Time Now"; Stand der Wissenschaft – Dr. Tad Pfeffer, Glaziologe an der Universität Colorado; Kinotrailer

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Die Bilder von James Balog sind vielleicht die überzeugendsten Belege für die Konsequenzen der globalen Erwärmung, die es gibt. Er hat ein System entwickelt und eingesetzt, mit dem über einen langen Zeitraum Bilder aus den gleichen Positionen von Gletschern gemacht werden. So kann er genau zeigen, in welchem Ausmaße die Eismassen in wenigen Jahren geschmolzen sind. Die Aufnahmen bilden mit ihrer erschreckenden Beweiskraft den Kern des Films, und schon wegen dieser Zeitraffer-Sequenzen ist CHASING ICE unbedingt sehenswert. Zudem ist Balog auch ein Fotograf mit einem guten Auge für die Schönheit des Eises, und so gibt es viele grandiose Aufnahmen von ihm zu bewundern, in denen er die inzwischen fast schon bedrohte Schönheit der arktischen Landschaften feiert. Bei den von ihm organisierten Expeditionen ist es einige Male ihm oder Mitglieder seines Teams gelungen, Videoaufnahmen von „kalbenden“ Gletschern zu machen. Und auch diese gewaltigen Abbrüche der Eislandschaften sind Bilder, die man so noch nie gesehen hat. Doch der Regisseur Jeff Orlowski wollte neben den Bildern und den Arbeitsergebnissen von Balog auch den Fotografen selber vorstellen, und auf dieser Ebene ist der Film längst nicht so überzeugend. Da gibt es Sequenzen, in denen Balog und sein Team die einzelnen Kameras aufbauen, in denen er zum Teil halsbrecherisch auf Gletschern herumkraxelt, um eine gute Perspektive für seine Fotos zu bekommen und schließlich jene, in denen von seiner Knieverletzung erzählt wird, die es ihm schließlich unmöglich macht, selber weiter an den Expeditionen teilzunehmen. Diese Teile des Films sind längst nicht so eindrucksvoll und ästhetisch überzeugend wie jene, in denen das Eis und die Gletscher die Protagonisten sind. Stattdessen wirkt es, als sei das „Making of“ des Films gleich mit in denselben integriert worden. So gibt es einige Längen, in denen versucht wird, Balog zu einem Ökohelden zu stilisieren. Dadurch wird der Film leider etwas verwässert, denn der Fotograf ist hinter der Kamera viel eindrucksvoller als vor ihr.