Ballerina

Filmplakat: Ballerina

FBW-Pressetext

Félicie hat nur einen einzigen Wunsch: Sie möchte tanzen, eine Ballerina werden. Doch Félicie lebt in einem Waisenhaus und somit scheint dieser Traum unerreichbar zu sein. Ihr bester Freund Victor aber beschwört sie, niemals aufzugeben. Eines Nachts büxen die beiden aus dem Waisenhaus aus und gehen nach Paris. Dort gelingt es Félicie tatsächlich, sich unter falschem Namen an einer großen Ballettschule anzumelden. Ihr fehlt jedoch die Übung, die Kraft und die Raffinesse, um eine Primaballerina zu sein. Erst als sie die Putzkraft Odette trifft, die früher selbst Tänzerin war und ihr Talent auch vom großen Ballettmeister erkannt wird, kann Félicie wieder an ihren Traum glauben. Und das einzige tun, was sie sich von ganzem Herzen wünscht: Tanzen. Durch BALLERINA von Eric Summer und Eric Warin zieht sich die Botschaft, dass man nur mit Leidenschaft seine Träume wahr machen kann. Und es ist genau diese Leidenschaft und die Liebe zum Detail, die den französisch-kanadischen Animationsfilm auszeichnet und zu etwas ganz Besonderem macht. Die Haupt- und Nebenfiguren sind allesamt liebevoll gezeichnet und in ihrer Charaktertiefe exakt herausgearbeitet. Vor allem die Figur der Félicie ist eine ungewöhnliche und starke Heldin, die sich als Identifikationsfigur für die Zielgruppe anbietet und mit der man mitfiebern, leiden und auch lachen kann. Die farbenfrohe Bildgestaltung, der zurückhaltende Einsatz von 3D, der gekonnt zusammengestellte Soundtrack, der klassische Ballettmusik mit temporeichen aktuellen Songs mischt, eine Animationskunst auf höchstem Niveau und eine überzeugende Synchronarbeit sind weitere Qualitäten dieses Films. In ihren Sprechrollen überzeugen allen voran Maria Ehrich als Félicie, Max von der Groeben als Victor und Joachim Llambi als Ballettmeister. Auch die Tanzszenen sind atemberaubend. Leicht wie eine Feder schwebt Félicie durch den Film. Dabei macht der Film sowohl die Anmut, die Grazie, aber auch die große Kraftanstrengung und Körperbeherrschung, die diesen Leistungssport ausmachen, deutlich. BALLERINA ist ein bezaubernder Film, der an Träume glauben lässt. Denn wenn man mit dem Herzen und Leidenschaft bei der Sache ist, kann jeder Traum wahr werden. Ein entzückendes und mitreißendes Animationsmärchen für die ganze Familie mit einer starken und begeisternden Heldin.

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Kinderfilm
Regie:Eric Summer; Eric Warin
Drehbuch:Carol Noble; Eric Summer; Laurent Zeitoun
Kamera:Jericca Cleland
Schnitt:Benjamin Massoubre; Mirenda Ouellet; Yvann Thibaudeau
Musik:Klaus Badelt
Webseite:wildbunch-germany.de;
Jugend Filmjury:Lesen Sie auch, was die Jugend Filmjury zu diesem Film sagt...
Länge:90 Minuten
Kinostart:12.01.2017
Verleih:Wild Bunch Germany
Produktion: Quad Productions, Caramel Film; Main Journey;
FSK:0

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Lebe Deinen Traum, glaube an Dich und stehe zu deinen Freunden - diese Werte beschwört der zauberhafte Animationsfilm BALLERINA. Er variiert dafür Motive aus dem Märchenschatz der Brüder Grimm sowie den klassischen Romanen über die natürliche Resilienz von Kindern wie etwa „Oliver Twist“, und verbindet sie mit aktuellen Medienphänomenen und der Lebenswirklichkeit von Heranwachsenden von heute. Und dieser Spagat geht auf.

Die Animation kann mit Hollywood-Produktionen mithalten. Mit ungeheurer Liebe zum Detail und farbenprächtig werden das Paris zum Ende des 19. Jahrhunderts und die ländliche Idylle in der Bretagne rekonstruiert, die düsteres Fassade des Waisenhauses macht dagegen auf den ersten Blick deutlich, dass sich die Kinder hier niemals wohlfühlen können. Und so beginnt der Film auch mit der Flucht des 12jährigen Victors und seiner Freundin Félicie nach Paris.

Beide Kinder kommen ihrem Traum näher, er wird Gehilfe beim Bau des Eiffelturms und entwirft eines der ersten Fluggeräte, sie nimmt eine fremde Identität an, um in der Oper für den „Nussknacker“ vorzutanzen und über die Bühne zu fliegen. Historisch gibt es hier vielleicht einige Ungenauigkeiten. Doch Tschaikowskis Erfolgs-Ballett bietet eine der wenigen großen Rollen für Nachwuchsballerinas. Zudem geht seine Musik ins Ohr, ist bekannt, und geht mit modernen Rhythmen im Film eine gelungene Liaison ein.

Vor den Auftritt in der Oper haben die Macher Ausscheidungsrunden gesetzt, die an „Superstar“-Casting-Shows erinnern. Félicie besteht sie nur, weil sie mit der Putzfrau Odette eine einfühlsame Lehrerin gefunden hat. Harte Trainingsstunden und Entbehrungen stehen vor einem großen Moment im Rampenlicht. Sämtliche Tanzsequenzen bestechen dabei durch die Flüssigkeit der Bewegungen.

Natürlich muss sich die Freundschaft der Kinder beweisen, sie entdecken zudem die ersten Schmetterlingsgefühle im Bauch. Und auch Félicies Schwindel über ihre gestohlene Identität fliegt auf. Hier spielt der Film mit dem Cinderella-Motiv. Odettes Arbeitgeberin und Vermieterin ähnelt dabei der bösen Stiefmutter aus einem Grimm'schen Märchen. Sie trimmt ihre Tochter, den eigenen Traum von einer Ballettkarriere zu leben. Doch während die Mutter vom Ehrgeiz zerfressen ist und auch bleibt, erkennt ihre Tochter zum Ende den Irrweg.

Dies ist nur einer der angenehmen dramaturgischen Einfälle der absolut runden Märchen-Story, die an beliebte Erzählmuster anknüpft und nicht überraschend, aber völlig zurecht, zu einem überzeugenden Happy End geführt wird.