And The Moon Stands Still

Filmplakat: And The Moon Stands Still

FBW-Pressetext

Er kommt in der Nacht. Wenn Mond und Sterne über dem Dorf wachen. Dann streckt er sich in Richtung Himmel und sticht die Sterne an, bis sie erlöschen. Dann umarmt er den Mond und kämpft mit ihm, bis er zusammen mit dem Mond im Meer versinkt und das Leben im Dorf vom Wasser überrollt wird. Doch wenn man nur ein wenig abwartet, dann wird aus dem Wasser neues Licht geboren. Und nicht lange danach stehen Mond und Sterne wieder am Himmel. Yulia Ruditskaya und David Lindner haben mit AND THE MOON STANDS STILL einen Kurzanimationsfilm geschaffen, der sich auf poetisch künstlerische Weise mit dem Phänomen der Mondphasen und Gezeiten beschäftigt. Die Bilder sind minimalistisch und doch mit hoher Kunstfertigkeit animiert, auch die Farben werden zurückhaltend eingesetzt, bis auf das strahlende Gold von Mond und Sterne natürlich, das jedes Bild erleuchtet. Basierend auf der Erzählung „Der Hexer“ von Alexej Tolstoy ist AND THE MOON STANDS STILL ein wunderschön erzähltes und kunstvoll animiertes Kurzfilmmärchen.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Gattung:Animationsfilm; Kurzfilm
Regie:Yulia Ruditskaya; David Lindner Leporda
Drehbuch:David Lindner Leporda
Schnitt:Yulia Ruditskaya
Musik:Izzy Gliksberg
Länge:10 Minuten
Kontakt:info@filmallee.com
Produktion: Filmallee GmbH David Lindner Leporda
Förderer:FFF Bayern

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Eine Mutter, die ihre beiden Kinder in einem Korb in den Schlaf wiegt, ein Säufer, der die Wahrheit auf dem Grund von seinem Wodka-Glas sieht. Die Menschen in Yulia Ruditskayas poetisch düsterem Kurzfilm sind Archetypen, die offensichtlich aus der russischen Erzähltradition entlehnt sind. Und so basiert AND THE MOON STANDS STILL dann auch auf einer Kurzgeschichte von Aleksey Tolstoy. Eine Handvoll Menschen lebt in einem kleinen Dörfchen, in dessen Nähe sich auch ein zerstörerischer Zauberer aufhält, der mit seinen Klauenhänden die Sterne und schließlich auch den Mond vom Himmel herunterholt. Dadurch wird eine Flut ausgelöst, die das Dorf ins Chaos stürzt. Doch aus den Tiefen des Wassers wird der Mond von Fischmenschen wieder zum Himmel emporgehoben. Eine mystische Geschichte vom Mondzyklus und der Wirkung, die der Mond auf der Erde und auf ihre Bewohner hat, wird hier mit souveräner Gelassenheit erzählt. Alles Irdische wird in holzschnittartigen Bildern in Schwarz- und Grautönen dargestellt, Mond und Sterne geben mit ihrem leuchtenden Gelb den einzigen farblichen Kontrast dazu. Der Film ist minimalistisch animiert, aber gerade dadurch bekommt jedes Bild seine Tiefe und sein Gewicht. Das Sounddesign und die Musik verstärken die märchenhafte Grundstimmung des Films, der ein kleines, dunkel funkelndes Meisterwerk ist.