Kleine Helden – Nichts kann unsere Freude stoppen

Kinostart: 20.09.18
2016
Filmplakat: Kleine Helden  – Nichts kann unsere Freude stoppen

FBW-Pressetext

Der berührend-inspirierende Dokumentarfilm von Anne-Dauphine Julliand erzählt die Geschichte von fünf kleinen Helden, die sich trotz ihrer schweren Krankheiten von nichts und niemandem die Lebensfreude nehmen lassen.

Ein Kind zu sein heißt verspielt zu sein, mit Freunden herumzutollen, in die Schule zu gehen und einfach viel Quatsch zu machen. Ambre, Camille, Charles, Imad und Tugdual sind Kinder und wünschen sich genau das. Schwere Krankheiten verhindern jedoch, dass sie wie andere eine unbeschwerte Kindheit verbringen können. Sie stehen unter ständiger medizinischer Beobachtung, leiden unter schweren körperlichen Handicaps oder leben auf einer Pflegestation, wo immer auch die Möglichkeit besteht, dass sie ihren Kampf gegen ihre Krankheiten verlieren könnten. Doch egal, mit welchen Schwierigkeiten die fünf starken kleinen Helden auch zu kämpfen haben: sie haben die Freude am Leben nie aufgegeben – und keiner kann diese Freude stoppen. Die Regisseurin und Erfolgsbuchautorin Anne-Dauphine Julliand begleitet in ihrem berührenden Dokumentarfilm KLEINE HELDEN – NICHTS KANN UNSERE FREUDE STOPPEN die fünf Protagonisten in ihrem Leben. Man spürt, wie unbefangen und offen die Kinder agieren – ein Zeichen des großen Vertrauens, welches Julliand, zu ihnen im Laufe der Dreharbeiten aufbauen konnte. Die Kamera ist immer nah bei den Kindern, überschreitet aber nie eine Grenze und vermeidet jeglichen voyeuristischen Blick. In ihren Bildern, die die Kinder bei ihrem Alltag in und außerhalb des Hospizes zeigen, spart Julliand auch die schweren Seiten des Alltags und der Krankheiten nicht aus. Und doch stehen die Lebensfreude und die kindlich-positive Sicht auf die Dinge im Zentrum ihres Films. So springt der Funke beim Zusehen schnell auf den Zuschauer über, denn die offen geäußerten Gedanken und Wünsche der kleinen Helden berühren und wirken unglaublich inspirierend. Sie machen, genau wie der Film selbst, Mut, sich mit dem Thema Krankheit auseinanderzusetzen. Und können, durch die sehr sensible Annäherung an das Thema, Betroffenen Trost und Kraft spenden.

Filminfos

Gattung:Dokumentarfilm
Regie:Anne-Dauphine Julliand
Drehbuch:Anne-Dauphine Julliand
Kamera:Katell Djian; Isabelle Razavet; Laurent Brunet; Alexis Kavrychine; Matthieu Fabbri
Schnitt:Lilian Corbeille
Musik:Robin Coudert
Länge:80 Minuten
Kinostart:20.09.2018
Verleih:Little Dream
Produktion: Incognita Films, TF1 Droits Audiovisuels;
FSK:0

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

„Wenn man krank ist, hört man nicht auf, glücklich zu sein!“ sagt eines der fünf Kinder, die in diesem Film porträtiert werden, und die an schwersten Krankheiten leiden. Und dieser Satz bringt den Eindruck auf den Punkt, den der Dokumentarfilm KLEINE HELDEN hinterlässt. Alle fünf haben eine ansteckende Lebensfreude und eine erstaunliche menschliche Reife, die sicher ihrem Leidensweg geschuldet ist, von dem der Film zumindest eine Ahnung vermittelt. Wenn der kleine Imat weint und sich an seine Mutter schmiegt, weil es ihn schmerzt und große Überwindung kostet, den Schlauch für eine Dialyse zu schlucken, dann ist das kaum zu ertragen. Aber der gleiche Junge spielt auch ausgelassen und erzählt stolz davon, dass er in der ersten Schulklasse in ein großes Schulheft schreiben darf. Die kleine Ambre lebt in der Zeit, die ihr bleibt, wie eine kleine Prinzessin und kann sich an einer Fahrt mit dem Roller ebenso intensiv freuen wie an dem Theaterstück, in dem sie auf der Bühne eine temperamentvolle Dame spielt. Mit ihr hat die Filmemacherin Anne- Dauphine Julliand auch eine poetische Abschiedsszene gefilmt: Mit den Worten „Au revoir – ich gehe jetzt!“ verabschiedet sie sich aus dem Film. Die fünf Protagonisten sind tatsächlich, wie im deutschen Titel behauptet, kleine Helden, denn sie weigern sich entschieden und mit einer bewundernswerten Souveränität, der Krankheit ihre Kindheit zu opfern. Und so ist auch ihr Lachen das eigentliche Leitmotiv des Films (des Chansons „Mistrals Gagnats“ hätte es da gar nicht zwingend bedurft). Bemerkenswert ist auch, welche Kamera-Nähe die Kinder und ihre Familien zulassen. Keiner von ihnen fremdelt, keiner scheint für die Kamera zu spielen und oft scheinen sie sie auch ganz vergessen zu haben. Dies zeugt von dem Vertrauen, das der Regisseurin entgegengebracht wurde, und das sie dadurch gerechtfertigt, dass sie den Kindern und ihren Geschichten mit ihrem Film gerecht wird. Denn es ist ihr gelungen, mit der gleichen Wahrhaftigkeit von der Krankheit und dem Glück zu erzählen.