Der lange Abschied von der Kohle

Filmplakat: Der lange Abschied von der Kohle

FBW-Pressetext

Im Dezember 2018 werden in Deutschland, nach 150 Jahren, die letzten beiden Zechen geschlossen, in denen Steinkohle abgebaut wird. Zu diesem Zeitpunkt wird ein Stück Industriegeschichte beendet sein. Und auch eine Ära, die viel mehr war als das. Denn der Bergbau hat in Deutschland ganze Landschaften und die Menschen darin geprägt und geformt. Für die Menschen im Ruhrgebiet ist die Steinkohle kein Produkt. Sie ist ein Stück der lokalen und sozialen Identität. Die Filmemacher Werner Kubny und Petra Neukirchen gehen in ihrem Dokumentarfilm DER LANGE ABSCHIED VON DER KOHLE der Frage nach, wie sehr eben jene lokale Identität noch heute spürbar ist, so kurz vor dem endgültigen Ende. Die einzelnen Protagonisten, die im Film zu Wort kommen, stehen dabei stellvertretend für alle „Kumpel“, die, das merkt man in jeder Minute des Films, sich vollständig mit ihrer Arbeit identifizieren. Gemeinsame Unternehmungen wie das Grillen im Garten zeigen die Verbundenheit der Männer untereinander, die auch nach der Schließung der Zechen bestehen bleiben wird. Die Besonderheit des Arbeitsplatzes vermittelt sich in starken und beeindruckenden Bildern, wenn etwa die Kamera in die bis zu 1200 Meter tief liegenden Arbeitstunnel einfährt oder die Zechentürme majestätisch über der flachen Landschaft des „Potts“ thronen. Unterlegt werden diese Aufnahmen von einem meisterhaft komponierten Score, der auch die emotionale Botschaft des Films noch einmal verdeutlicht. DER LANGE ABSCHIED VON DER KOHLE liefert einen interessanten und lehrreichen Einblick in eine Welt unter Tage, die es bald nicht mehr geben wird. Und ist dazu ein moderner Dokumentarfilm über Heimat und wie sie sich wandelt.
Prädikat wertvoll

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Filminfos

Gattung:Dokumentarfilm
Regie:Werner Kubny; Petra Neukirchen
Drehbuch:Werner Kubny
Kamera:Jörg Adams; Jochen Balke
Schnitt:Christoph Tetzner-Kannen
Musik:Rainer Quade
Länge:110 Minuten
Kontakt:info@kubnyfilm.de
Produktion: Werner Kubny Filmproduktion, WDR;
FSK:0

Jury-Begründung

Prädikat wertvoll

Das Ruhrgebiet und die Kohle werden häufig noch synonym gedacht. Noch! Wenn 2018 die letzte Kohle abgebaut ist, dann gehen 150 Jahre Industriegeschichte zu Ende. Werner Kubnys 110-minütige Dokumentation DER LANGE ABSCHIED VON DER KOHLE nimmt die Zuschauer mit auf eine lange Reise durch Vergangenheit und Gegenwart der Ruhrkohlegbiete.

Über den Zeitraum eines Jahres hat Regisseur Kubny die endgültige Schließung von Zechen begleitet. Eine Leistung, die die Jury bewundert. Er hat Kumpel befragt, mit Managern gesprochen und auch mit Anwohnern des Reviers. Und Kubny tut noch mehr. DER LANGE ABSCHIED VON DER KOHLE spannt einen Bogen von den Mitfünfziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bis in die Gegenwart und gewährt auch Einblicke in ein Thema, die die Jury bislang so nicht gekannt oder gesehen hat. Vieles in der Dokumentation Gezeigte hat die Jury als hochgradig informativ empfunden. Kubny reflektiert Heimat, Wirtschaft und Soziales. Dies alles als Auszüge aus der Industriegeschichte.

DER LANGE ABSCHIED VON DER KOHLE ist eine Dokumentation über ein Stück deutscher Geschichte, das bald schon der Vergangenheit angehört. Regisseur Kubny hat versucht, es auch für die künftigen Generationen erfahrbar zu machen. Er stellt die besondere Atmosphäre im Revier dar. Die besondere Gemeinschaft, die das Ruhrgebiet bis heute kennzeichnet.