Catalina und die Sonne

Filmplakat: Catalina und die Sonne

FBW-Pressetext

Catalina hat ihrer Großmutter genau zugehört, wenn sie ihre Geschichten erzählt hat. Sie hat neben ihr gesessen und auf jedes Detail in der Erzählung geachtet. Denn die Großmutter wird immer älter. Irgendwann wird sie keine Geschichten mehr erzählen können. Dann liegt es an Catalina, diese Aufgabe zu übernehmen. Jeden Tag wird sie dem Sonnengott Tata Inti eine Geschichte opfern. So will es die Legende. Der Film von Anna Paula Hönig erzählt seine Geschichte von Catalina mit Hilfe wunderschöner symbolisch aufgeladener Bilder. Die Sonne und auch der Mond stehen oft im Zentrum, sie werden angefasst, vom Himmel geholt, mit einer Leiter erklommen, auch ein guter Geist wird als kleiner Junge personifiziert. Im Gegensatz dazu stehen die dokumentarischen Aufnahmen und die beeindruckenden Panoramen der unendlich weiten Landschaft Argentiniens. Die Salzseen, die Catalina durchwandert, die sonnendurchtränkten Ebenen und die flirrende Hitze, die sich überall spiegelt. Fern von jeglicher Folklore ist CATALINA UND DIE SONNE gerade für jüngere Zuschauer ein wunderbarer Einstieg in eine fremde Kultur des Geschichtenerzählens, die doch für jedes Kind den gleichen Zauber auslösen kann. Denn Geschichten sind wie die Sonne. Sie leben ewig. Wunderschönes und anregendes Kurzfilmkino.
Prädikat besonders wertvoll

Filminfos

Jury-Begründung

Prädikat besonders wertvoll

Ein Junge steigt auf eine Leiter und stützt scheinbar mit seinen Armen den Mond. Das weite Panorama einer archaisch anmutenden Landschaft erscheint. In der Andenregion werden die Mythen und Legenden des indigenen Volkes von Generation zu Generation mündlich überliefert und von den Frauen weitererzählt. Damit die Sonne als Quell des Lebens nicht aufhört zu scheinen, muss dem Sonnengott Tata jeden Tag eine Geschichte geopfert werden. Das Mädchen Catalina ist dazu auserkoren, in die Fußstapfen ihrer Großmutter zu treten, die bald sterben wird.
Mit assoziativen Bildern und einer poetischen Sprache entsteht eine dichte Atmosphäre, die den Betrachter in die fremde Welt eintauchen lässt. Die Filmemacherin Anna Paula Hönig erliegt dabei nie der Gefahr, in Folklore abzugleiten. Idee und Thema des Films öffnen den Blick für eine weitgehend fremde Kultur. Die Jury ist überzeugt, dass insbesondere Gespräche über den Film sehr geeignet sind, um Kinder und Jugendlichen für andere Ethnien und deren Kulturschatz zu sensibilisieren und vergibt deshalb das Prädikat „besonders wertvoll“.